25. September 2026

SBB Senioren

Wie gutes Altern vor Ort gelingen kann

Altenhilfe als kommunaler Auftrag - § 71 SGB XII in Sachsen. Wie können Kommunen ältere Menschen unterstützen und zugleich ihre Möglichkeiten vor Ort nutzen? Dieser Frage widmete sich ein Fachtag, den das Bildungswerk für Kommunalpolitik in Sachsen e. V. und die Landesseniorenvertretung für Sachsen e. V. am 23. September 2026 veranstalteten.

Zum Auftakt sprach Sachsens Sozialministerin Petra Köpping über die Finanzierung von Pflege. Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet hätten, müssten sich einen Platz in einer Pflegeeinrichtung leisten können, ohne deshalb Sozialhilfe beantragen zu müssen. Mit Blick auf den angekündigten Gesetzentwurf zur Pflege mahnte sie zur Aufmerksamkeit: Den Ländern liege der Entwurf nach ihren Angaben bislang nicht vor. Als Beispiel für mehr Transparenz nannte sie eine App aus Sachsen-Anhalt, die freie Plätze und Kosten von Einrichtungen anzeigt.

Jens-Peter Kruse, stellvertretender Vorsitzender der BAGSO, stellte eine weitere Frage in den Mittelpunkt: Was können ältere Menschen selbst für die Gesellschaft tun? Altenhilfe bedeute auch, ihre Erfahrungen und ihr Engagement einzubeziehen. Zugleich sprach er sich dafür aus, Angebote für ältere Menschen stärker in den Blick zu nehmen.

Wie kommunale Altenhilfe trotz angespannter Haushaltslage gestaltet werden kann, schilderte Kerstin Körner, Oberbürgermeisterin von Dippoldiswalde, anhand ihrer Praxis. Die Landtagsabgeordnete Jessie Steiner kritisierte den hohen bürokratischen Aufwand in Pflegeeinrichtungen. Sie regte an, bereits vorhandene Daten von Ämtern und Krankenkassen gezielter für kommunale Projekte zu nutzen.