Das 4. Schulpolitische Forum der Lehrerverbände im Sächsischen Beamtenbund wird sich in diesem Jahr der Frage der Zukunft unserer öffentlichen schulischen Ausbildung zuwenden. Die Gefahr einer schlechteren Ausbildung in den kommenden Jahren ist groß. Viele Lehrer scheiden in den nächsten Jahren regulär aus dem Schuldienst aus. Neue Lehrer werden nur schleppend eingestellt. Unter diesen Umständen absehbar ist ein erhöhtes Arbeitspensum für Lehrer und größere Klassen.
Das Sächsische Kultusministerium geht zur Zeit von einer Schüler-Lehrer-Relation von 12,5 : 1 aus. „Wir haben nachgerechnet und kommen, wenn wir die zurzeit wirklich unterrichtenden Lehrer als Basis benutzen, auf ein Verhältnis von 14 : 1“, so der Stellvertretende Landesvorsitzende des Säch-sischen Beamtenbundes Gerhard Pöschmann. „Sollte die Situation bis 2016 nicht entschärft werden, sind wir dann bereits bei 15 : 1.“ Bis zu der von Finanzminister Georg Unland einmal probeweisen angedachten Relation von 17 : 1 bis 2020 wäre es dann nur noch ein kleiner Schritt.
Die Folgen kann sich jeder „an seinen fünf Fingern“ ausrechnen. Größere Klassen und ein erhöhtes Unterrichtsdeputat für Lehrer wären notwendig. Das wäre gleichzusetzen mit einer Verschlechterung der schulischen Leistungen unserer Kinder. Individuelle Förderung, wie sie einmal angedacht war, fände so gut wie nicht mehr statt. Privatschulen und private Förderung, durch den Geldbeutel der Eltern finanziert, wären der einzige Ausweg aus einer öffentlichen Bildungsmisere.
Die Lehrerverbände im sbb laden daher am Sonnabend, dem 21. Januar 2012 in der Zeit von 10.00 – 15.00 Uhr zum 4. Schulpolitischen Forum unter dem Thema „Pflegefall Schule – Leere in Lehrerzimmern!“ ein. Das Hauptreferat „Grundlegende Bedingungen für ein zukunftsfähiges Schulsystem" wird Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin, halten.
Für Journalisten besteht zudem in der Mittagspause von 12.30 – 13.30 Uhr die Möglichkeit, Interviews zu führen oder Fragen an Anwesende zu richten.