Die dbb tarifunion hat am 7. Dezember 2011 in Dresden zusammen mit den Gewerkschaften des DGB eine Tarifkonferenz zum Thema „Demografische Entwicklung und Altersteilzeit – Tarifregelungen für Beschäftigte im Landesdienst“ durchgeführt.Über 90 Teilnehmer diskutierten die dringendsten Probleme des demografischen Wandels und wie diese durch tarifvertragliche Regelungen angegangen werden können.
Altersteilzeit
Im Gegensatz zur Landesregierung stellt sich die dbb tarifunion zusammen
mit den DGB-Gewerkschaften den Problemen des Landes und arbeitet
an Lösungen. Ein erster Lösungsansatz wäre die Wiedereinführung
der Altersteilzeit auf Landesebene. Dies ist durch den Potsdamer Abschluss
vom 10. März dieses Jahres ausdrücklich ermöglicht worden.
Deshalb forderten die Gewerkschaften Finanzminister Georg Unland bereits mehrfach auf, in Gespräche einzutreten. Dies wurde bislang abgelehnt.
Die Arbeitgeberseite vergibt damit vorsätzlich die Chance, die Probleme
des demografischen Wandels anzugehen!
Weitergehende Maßnahmen
Die dbb tarifunion fordert außerdem weitergehende Maßnahmen. Zu diesen gehört eine Analyse der Personal- und Belastungssituation ebenso wie demografiefeste Personalstrategien, ein ressourcenorientiertes Gesundheitsmanagement, Förderung des Wissenstransfers sowie Konzepte für eine verbesserte Arbeitszeitgestaltung. All dies hat die dbb tarifunion in einem Grundsatzpapier festgehalten, das auf der Tarifkonferenz erläutert wurde.
Problemlösung gefordert
„Mit dem demografischen Wandel steht das Land Sachsen vor
großen Herausforderungen. Bereits in den nächsten acht Jahren werden über ein Viertel der Beschäftigen aus dem Öffentlichen Dienst in Sachsen ausscheiden.
Neben vielen anderen Bereichen ist Sachsen somit auch hier Spitzenreiter.
Wir sind bereit darüber zu sprechen, wie wir hier ein hinreichendes Instrumentarium
schaffen können, das zur Bewältigung dieser Herausforderungen dient“,
sagte Helmut Overbeck, der als stellvertretender Vorsitzender der dbb tarifunion
die Ko-Moderation der Tarifkonferenz übernommen hatte. „In welche Richtung es gehen kann, haben wir in Sachsen-Anhalt gesehen.
Dort haben sich Gewerkschaften und Landesregierung auf ein Gesamtpaket geeinigt, das einen ersten Schritt zur Bewältigung der demografischen Probleme leisten
kann. Leider verfährt die Landesregierung in Sachsen lieber nach dem Motto „nichts hören, nichts sehen, nichts sagen“ – so löst man aber keine Probleme“, so Overbeck weiter.
Gute Gründe
Jens Weichelt, Mitglied der Bundestarifkommission der dbb tarifunion, führte ferner aus, dass der Bedarf an Fachkräften auch im Öffentlichen Dienst immer mehr zunehme. Auf der anderen Seite würde der Arbeitsmarkt immer weniger geeignetes Personal zur Verfügung stellen. Einig waren sich die Teilnehmer der Konferenz darüber, dass der wichtigen Problemanalyse der fortgesetzte Versuch folgen muss, die sächsische Staatsregierung endlich aus ihrer Lethargie zu befreien. Dazu werden gute Argumente nicht ausreichen!