Altersteilzeit jetzt – Aufruf des Sächsischen Beamtenbundes zu Protestaktionen

Die Staatsregierung hat die Aufnahme von Tarifverhandlungen zu Altersteilzeitreglungen abgelehnt. In der Praxis könnte damit eine Reihe von Problemen der jetzigen Altersstruktur in den Behörden und Schulen gelöst werden. Jetzt ruft der Sächsische Beamtenbund wieder zu Protestaktionen auf und beweist damit in dieser Frage mehr Weitblick als die Landesregierung.

Im Tarifvertrag der Länder vom 10. März 2011 haben sich die Tarifparteien für die Aufnahme von Verhandlungen über Altersteilzeitregelungen in den Ländern ausgesprochen. Diese Möglichkeit war zum 31. Dezember 2009 auch für Sachsens Landesbeschäftigte ausgelaufen. Deshalb hat die dbb tarifunion gemeinsam mit weiteren Gewerkschaften die Aufnahme von Verhandlungen in Sachsen angemahnt. Sachsens Finanzminister Georg Unland lehnte Verhandlungen zum derzeitigen Zeitpunkt ab.

Damit nimmt sich der Freistaat die Möglichkeit, die älteren Beschäftigten auf freiwilliger Basis eher ausscheiden zu lassen und gleichzeitig Platz für junges, hochmotiviertes und gut ausgebildetes Personal zu schaffen. Der Nachwuchs braucht eine Chance. Wo immer mehr Stellen gestrichen werden, verschiebt das die Alterspyramide in immer höhere Regionen. Der öffentliche Dienst bietet jungen Menschen in Sachsen keine Perspektive mehr - zugleich leidet er zunehmend an Fachkräftemangel und Überalterung. Dieser Widerspruch ist nicht mehr verständlich. Wie lange will sich die Landesregierung noch um diese einfachste und für alle einvernehmliche Lösung herumdrücken? Altersteilzeit sollte auch künftig als Chance genutzt werden, die zunehmenden Belastungen der beruflichen Anforderungen trotz verminderter Leistungsfähigkeit im Alter zu bewältigen. Der sachte Ausstieg aus dem Erwerbsleben vermeidet, dass man irgendwann gar nicht mehr kann. Er sichert vielen Beschäftigten einen Ausstieg in Würde. "Wer 40 Jahre gearbeitet und sich als Fachmann einen guten Ruf erworben hat, kann in den fünf letzten Jahren seines Berufslebens diesen guten Gesamteindruck seiner Lebensleistung völlig auf den Kopf stellen. Das kann keiner wollen, auch nicht im Interesse der Bürger, die auf ihr Amt vertrauen", äußerte sich Günter Steinbrecht, Landesvorsitzender des sbb dazu.

Der Sächsische Beamtenbund ruft daher seine Mitglieder zu einer gemeinsamen Protestaktion am 29. Juni 2011 um 16:15 Uhr vor dem Finanzministerium in Dresden auf. Demonstrieren wir gemeinsam für Zukunftsperspektiven im Landesdienst! Unterstützen Sie das Vorhaben der Gewerkschaften, in Tarifverhandlungen mit der Staatsregierung Lösungen zu entwickeln.