„Tue Gutes und berichte darüber.“ – Dieser Spruch sollte viel häufiger beherzigt werden. Der „Verband der Lebensmittelchemiker/-innen im öffentlichen Dienst des Freistaates Sachsen“ (VLFS) feierte in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag mit einer Festveranstaltung am 15. April in Chemnitz.
Die für den Verbraucherschutz unabdingbare Tätigkeit der „öffentlichen“ Lebensmittelchemiker findet meistens im Stillen statt. „Keine Skandale“ muss man nicht an die große Glocke hängen; deren Ausbleiben ist doch selbstverständlich. Darüber sollten sich alle Verbraucherinnen und Verbraucher freuen, zeugt dies doch von einer hohen Qualität der Lebensmittel, Bedarfsgegenstände und Kosmetika. Dies ist auch der Kompetenz und dem Engagement der Lebensmittelchemiker im öffentlichen Dienst zu verdanken.
Auch wenn so genannte Verbraucherschutzorganisationen häufig versuchen, derartige Vorkommnisse als Versäumnisse der amtlichen Lebensmittelüberwachung darzustellen, ist es genau dieser Überwachung zu verdanken, dass sich bei objektiver Betrachtung die Zahl der tatsächlichen Skandale doch sehr in Grenzen hält. Gegen kriminelle Machenschaften ist allerdings niemand gefeit. Diese wenigen medienwirksamen Schlagzeilen sind aber auch die Crux auf politischer Ebene. Wird doch laufend hinterfragt, ob eine Überwachung im jetzigen Umfang notwendig ist, wenn nie etwas passiert. Sparmaßnahmen werden ohne fachliche Untersetzung immer wieder verordnet, obwohl das Ende der Fahnenstange längst erreicht ist.
Die Probleme von Lehrern, Polizisten und manchmal auch von Lokführern werden regelmäßig in den Medien angesprochen und zumeist kontrovers diskutiert. Kennt eigentlich jemand die Berufsgruppe der „Lebensmittelchemiker“? Was sind das für Leute und vor allem was tun sie im öffentlichen Dienst?
Lebensmittelchemiker im öffentlichen Dienst untersuchen und beurteilen im Auftrag des Staates Produkte im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung, die für alle Verbraucher lebensnotwendig und allgegenwärtig sind. Sie suchen z. B. nach Dioxinen in Eiern und Fleisch, nach Rückständen von Pflanzenschutzmitteln in Obst und Gemüse, nach arzneilich wirksamen Stoffen in Nahrungsergänzungsmitteln, nach Imitaten bei unterschiedlichsten Lebensmitteln, nach krebserregenden Stoffen in kosmetischen Mitteln und nach gesundheitsgefährdenden Stoffen, die aus Verpackungsmaterialien in Lebensmittel übergehen, um nur einen winzigen Bruchteil der Aufgaben herauszuheben. Und sie werden – Gott sei Dank nur selten – auch fündig. In diesen seltenen Fällen reagieren die Medien sofort. Meist spricht man dann schnell von „Skandalen“, nicht immer zu Recht.