Nachdem der Bundesrahmen-Lokomotivführertarifvertrag bei der Deutschen Bahn steht, geht es jetzt um die Rechte der in den privatisierten Bereichen angestellten Bahner. Dumpinglöhne und schlechtere Arbeitsbedingungen sind keine Alternative für das Argument, Arbeit zu haben. Damit setzt sich eine Gewerkschaft im Beamtenbund auch für die Rechte der privatisierten Bereiche des öffentlichen Dienstes ein.
Die Kernforderungen sind unter anderem ein einheitliches Entgelt für alle Lokomotivführer in Deutschland auf dem Niveau des Marktführers Deutsche Bahn und Regelungen bei einem Betreiberwechsel im Schienenpersonennahverkehr durch Neuvergabe bei Verkehrsleistungen. Lokomotivführer werden bisher circa alle zehn Jahre arbeitslos und/oder zu niedrigeren Löhnen von bis zu 30 Prozent weiterbeschäftigt. Der Flächentarifvertrag soll dem ein Ende setzen. Damit würden bei der Ausschreibung von Leistungen nicht mehr die Lohnkosten im Fokus des Wettbewerbs stehen, sondern das beste Verkehrskonzept also Service, Sicherheit und Pünktlichkeit, was letztlich allen Bahnreisenden zugute käme.
Zu den weiteren Forderungen gehört eine Absicherung bei unverschuldetem Verlust der Fahrdiensttauglichkeit, beispielsweise nach traumatischen Ereignissen während des Lokomotivfahrdienstes (Personenunfälle). Bekommt der Lokomotivführer keinen neuen Arbeitsplatz im Unternehmen, wird er arbeitslos. Seit der Bahnprivatisierung gibt es in vielen Unternehmen unzureichende Qualifizierungsstandards. Aber nur mit einem hohen Aus- und Fortbildungsniveau kann man den Anforderungen im sicherheitsrelevanten Bereich gerecht werden.
„Wir unterstützen die Streikaktionen unserer Mitgliedsgewerkschaft GdL in vollem Umfang. In Sachsen haben die Lokführer ein besonders hohes Streikpotential. Damit konzentrieren sich viele Streikmaßnahmen auch auf den Freistaat“ äußerte sich der Landesvorsitzende des Sächsischen Beamtenbundes Günter Steinbrecht.