Mit einer vielbeachteten Festveranstaltung beging der Sächsische Beamtenbund am vergangenen Mittwoch den 20. Jahrestag seiner Neugründung. Gäste waren die Fraktionsvorsitzenden der Parteien, allen voran Steffen Flath (CDU), Dr. Andre Hahn (Die Linke) und Martin Dulig (SPD). Der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes Peter Heesen hielt eine eindrucksvolle Rede und spontan hatte sich auch der Ehrenvorsitzende des dbb Werner Hagedorn zu Wort gemeldet.
Peter Heesen, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes, ging in seiner Rede auf den Zusammenhang zwischen Rechtsstaat und Gerechtigkeit ein. Anhand des Bohley-Zitates "Wir haben Gerechtigkeit gewollt und einen Rechtsstaat bekommen" machte er klar, dass der Rechtsstaat nicht die Garantie für Gerechtigkeit bedeuten kann. Gerechtigkeit müsse man sich jeden Tag neu erkämpfen, aber die besten Voraussetzungen dafür biete nun einmal nur der Rechtsstaat.
"Die Stütze einer jeden Administration sind seine Beschäftigten, denn ohne diese ist die öffentliche Verwaltung nicht handlungsfähig. Der Freistaat Sachsen ist in der komfortablen Lage, hoch qualifizierte sowie fach- und sachkompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu haben, auf die er sich stets verlassen und bauen kann. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Die Rahmenbedingungen für die öffentlichen Bediensteten müssen gut gestaltet sein, um ihre Leistungsfähigkeit und Motivation beständig zu fördern. Dass das so ist, ist auch ein Verdienst des Sächsischen Beamtenbundes in den vergangenen 20 Jahren." Mit diesen Worten bedankte sich der Ministerpräsident Stanislaw Tillich beim Sächsischen Beamtenbund.
Günter Steinbrecht, Landesvorsitzender des Sächsischen Beamtenbundes, verwies in diesem Zusammenhang auf die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses vom 10. März 2011 auf Beamte, Richter und Versorgungsempfänger des Freistaates Sachsen. "Diese schnelle und komplikationslose Übernahme bestätigt uns in der Auffassung, dass auch Beamte im Freistaat Sachsen an der allgemeinen Lohnentwicklung teilhaben müssen. Umso schmerzlicher ist der bereits beschlossene Wegfall der Sonderzahlungen zu bewerten."
Der Ehrenvorsitzende des Deutschen Beamtenbundes Werner Hagedorn griff in seiner Rede Erinnerungen aus der Zeit der Neugründungen der Landesverbände in den neuen Bundesländern auf. Den anwesenden, vielfach schon bei der Gründung des Sächsischen Beamtenbundes aktiven Ehrengästen, sprach er damit aus dem Herzen und rief viele vergessen geglaubte Erinnerungen wieder in das Gedächtnis zurück.