Erneut haben die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes am 08. März 2011 in Dresden gegen die stockenden Tarifverhandlungen lautstark protestiert. In einer eindrucksvollen Demo vor dem sächsischen Finanzministerium bekräftigten sie ihre Forderungen und machten deutlich, notfalls auch in einen Ausstand für eine bessere Bezahlung zu treten.
Unter den Demonstranten waren neben vielen Lehrern aller Schularten auch viele Angestellte und Beamte aus anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes in Sachsen. Im Vorfeld der Veranstaltung trug die „sbb jugend“ den öffentlichen Dienst im Rahmen einer „Trauerfeier“ symbolisch zu Grabe.
Jens Weichelt, Vorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes, übermittelte die Botschaft des 1. Vorsitzenden und Verhandlungsführer der dbb tarifunion, Frank Stöhr, den Demonstranten. „Wir sind verärgert und enttäuscht“, dass die Arbeitgeber nach zwei Verhandlungsrunden noch kein Angebot auf den Tisch gelegt haben. Unsere Forderung nach 50 Euro Sockel und einem Plus von 3 Prozent ist absolut in Ordnung. Wird der öffentliche Dienst weiter links liegen gelassen, geht das nicht nur zu Lasten der Beschäftigten, sondern zu Lasten aller Bürgerinnen und Bürger.
Weichelt brachte es auf den Punkt: „Wir fordern nach 20 Jahren endlich eine tarifgerechte Eingruppierung aller Lehrkräfte und Altersteilzeitregelungen, um die Übernahme junger Lehrer zu gewährleisten. Bund, Länder und Kommunen können sich bis Ende 2012 auf über 60 Milliarden Euro mehr Steuereinnahmen einstellen als bisher geplant! Die Wirtschaft brummt. Die Steuern fließen wieder. Jetzt wollen wir eine angemessene Beteiligung am Aufschwung! Unsere Forderung ist fair! Unsere Forderung ist bezahlbar! Und wir haben es verdient, angemessen am Aufschwung beteiligt zu werden! Was wir erwarten, ist eine gerechte Bezahlung für alle!“
|
![]() |
![]() |
![]() |
Finanzminister Unland versuchte mit wenig Erfolg, die finanziellen Zwänge der öffentlichen Haushalte zu erläutern. Demonstrativ wandten die Demonstranten dem Finanzminister den Rücken zu. Der Moderator der Kundgebung, Frank Haubitz, Vorsitzender des Philologenverbandes Sachsen, schloss mit dem Appell an die TdL: „Legen Sie endlich ein Angebot auf den Tisch, sonst kommen wir wieder bis unsere Forderungen erfüllt sind.“