Die Ausbildung junger Lehrer in Sachsen ist derzeit mit vielen Problemen behaftet

Einerseits wird händeringend nach Nachwuchs gesucht, andererseits werden den jungen Lehramt-studierenden viele Hürden in den Weg gelegt. „So sind die neuen Ausbildungsgänge Bachelor und Master für den zukünftigen Lehrer überhaupt nicht hilfreich, weil der Zugang zum Lehrerberuf nur durch den Masterabschluss erreicht werden kann“ äußert sich der Stellvertretende Landesvorsitzende des sbb – beamtenbund und tarifunion sachsen Gerhard Pöschmann dazu.

Auch die in den ersten drei Jahren vollzogene polyvalente Ausbildung dient eigentlich niemandem so richtig. Grundschullehrer müssen ganz andere Herangehensweisen an die Vermittlung des Lehrstoffes erlernen als Lehrer, die bis zum Abitur unterrichten und das für die verschiedenen Schularten benötigte Fachwissen unterscheidet sich deutlich. Die pädagogischen, didaktischen und fachlichen Unterschiede müssen bei der Ausbildung für die einzelnen Schularten stärkere Beachtung finden, dann würden sich auch die unverhältnismäßig hohen Studienabbrecherzahlen reduzieren. Der Strukturierung in Bachelor- und Master-Lehramtsstudiengänge muss das Berufsziel „Lehrer“ von Anfang an zu Grunde liegen.

Kritisch wird von den im sbb vertretenen Lehrergewerkschaften auch die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Verkürzung des Referendariats von derzeit zwei auf zukünftig ein Jahr gesehen. Damit einhergehen soll eine neu zu schaffende Berufseinstiegsphase für junge Lehrkräfte. „Hier wird ein gut funktionierendes System ohne Not durch Neuregelungen ersetzt, die im Einzelnen noch gar nicht erprobt sind“, so Pöschmann.