Eine Verlängerung des Arbeitsweges, die Verschlechterung der Arbeitssituation und der Qualität der Fachaufgabenerfüllung, eine Verschlechterung ihrer persönlichen und finanziellen Situation, das sind Ergebnisse einer Befragung unter Mitgliedern der Gewerkschaft der Sozialverwaltung Sachsens zur Kommunalisierung der Mitarbeiter.
"Es wurde uns im Rahmen der Kommunalisierung versprochen, dass die Ergebnisse überprüft und offenkundige Missstände unbürokratisch beseitigt werden. Jetzt nehmen wir die Verantwortlichen beim Wort", benannte Michael Welsch, Vorsitzender der Gewerkschaft der Sozialverwaltung Sachsens, die Aufgabe für seinen Verband.
Was die Staatsregierung 2009 versprochen hatte, holen jetzt die Verbände nach. Anderthalb Jahre nach Wirksamwerden der Verwaltungs- und Funktionalreform im Freistaat Sachsen hat sich die Gewerkschaft der Sozialverwaltung Sachsen in einer anonymen Befragung an ihre von der Kommunalisierung betroffenen Mitglieder gewandt, um in Erfahrung zu bringen, wie diese in ihren neuen Strukturen angekommen sind und um daraus Handlungserfordernisse abzuleiten.
21% der Befragten beklagen eine Verlängerung des Arbeitsweges.
29% bedauern eine Verschlechterung der Arbeitssituation.
25% der Befragten klagten über eine Verschlechterung ihrer persönlichen Situation.
Auch hier ist besonders auffällig, dass 12 der 21 antwortenden Mitglieder bei Landkreisen eine Verschlechterung ihrer persönlichen Situation beschreiben. Für 11% hat sich die finanzielle Situation verschlechtert, 7 von 9 Befragten gehören Landkreisen an. Nahezu jeder dritte Befragte fürchtet nach Auslaufen des dreijährigen Bestandsschutzes eine Rückgruppierung.
Gerügt wird hauptsächlich, dass nur über Kosten gesprochen wird. Menschliche und fachliche Aspekte interessieren weniger. Mangelnde Anleitung und Führung, lange Entscheidungswege, Abstriche bei einheitlicher Verfahrensweise und Fehlen von Ansprechpartnern, weniger Personal für steigende Fallzahlen, Defizite bei der EDV-Betreuung und fehlende spezielle Fortbildungsangebote sind weitere Kritikpunkte der GDV-Mitglieder.
Alle Ergebnisse der Mitgliederumfrage finden Sie hier.