Als einen Schritt in die richtige Richtung bezeichnet der stellvertretende Landesvorsitzende Gerhard Pöschmann die Neuausrichtung der Lehramtsstudiengänge. Insbesondere die Öffnung sowohl für das Staatsexamen, als auch für Bachelor/Master-Abschlüsse wird vielen Intentionen gerecht.
Da nur das Staatsexamen den Weg in das Referendariat öffnet, ist der Bachelorabschluss allenfalls ein Modell für Wechsler in andere Bundesländer oder für Umsteiger in verwandte Studiengänge. Daher muss das Staatsexamen der Regelstudiengang sein. Andererseits benötigt der künftige Lehrer eine schulartspezifische Ausbildung. „Angehende Grundschullehrer fallen bei den derzeitigen polyvalenten Studiengängen reihenweise durch die Prüfung im Fach Mathematik. Die Anforderungen sind einfach falsch postuliert. Damit gehen uns viele, für die Grundschule sicher gut geeignete Bewerber, verloren“, so Pöschmann.
Die Erhaltung der Ausbildungsstandorte Leipzig und Dresden entspricht dem Wunsch vieler Lehramtsstudenten, möglichst nah an den künftigen Einsatzorten studieren zu können, zumal die schulpraktischen Übungen auch dort durchgeführt werden, wo die Studienorte liegen. Notwendig aus unserer Sicht wäre ein dritter Standort in Chemnitz.
Unzufrieden zeigen sich die Lehrerverbände mit der Kürzung der Referendarzeit von jetzt zwei auf dann ein Jahr. Auch bei vielen schulpraktischen Einsätzen während der Studienzeiten kann eine so komplexe praktische Einführung wie sie im Referendariat möglich ist, nicht geleistet werden. Auch die Bedingungen zur Betreuung der Lehramtsstudenten in den Schulpraktika stimmen noch nicht mit den Anforderungen überein.
Die geplante Verkürzung der Regelstudienzeit für Grund- und Mittelschullehrer von 10 auf 8 bzw. 9 Semester wird mit großer Sorge um die Qualität der Ausbildung gesehen. Die Staatsregierung muss vor dem Inkrafttreten der geplanten Reform die vollständige und bundesweite Anerkennung der Abschlüsse sicherstellen, damit das Lehrerstudium in Sachsen nicht noch weiter an Attraktivität verliert. „Wir warnen davor, dass kürzere Studienzeiten automatisch zu niedrigeren Abschlüssen führen, die eine geringere Bezahlung rechtfertigen. Damit gewinnt man nicht mehr die besten Abiturienten für das Lehrerstudium“, äußerte sich Wolfgang Renner, stellvertretender Landesvorsitzender des sbb, dazu.