Das ist ein Ergebnis der Fragebogenaktion des sbb – beamtenbund und tarifunion sachsen zu den Auswirkungen der Kommunalisierung in Sachsen. Über 86 Prozent der Befragten, während der Reform 2009 in Sachsen kommunalisierten Beamten äußerten sich so. Die Qualität der Erledigung der Fachaufgaben hat sich nach Einschätzung von 5 Prozent der Kollegen verbessert. 34 Prozent geben eine sinkende Qualität der Erfüllung der Fachaufgaben an.
Die überwiegende Anzahl der Kollegen (53 Prozent) schätzt ein, dass sich die Wege für den Bürger verlängerten, nur 15 Prozent sehen gleich lange Wege. Die Verwaltungsverfahren sind für den Bürger komplizierter (50 Prozent der Antworten) und länger (36 Prozent) geworden. Für die Öffentliche Hand sind die Verfahren teurer (34 Prozent der Antworten) geworden. Bemerkenswert ist, dass nicht ein Kollege einschätzt, dass das Verwaltungsverfahren für die Öffentliche Hand billiger geworden ist. Damit ist ein grundlegendes Anliegen der Kommunal- und Verwaltungsreform, die "Bürgernahe Verwaltung", nach Ansicht der Beamten nicht erreicht worden!
Zudem haben sich für die betroffenen Beamten zum Teil gravierende Verschlechterungen aus persönlicher Sicht ergeben. Rund 15 Prozent nahmen einen längeren Arbeitsweg von 10 Minuten bis zu einer Stunde 10 Minuten für den einfachen Weg in Kauf. Die Arbeitssituation hat sich für 9 Prozent verbessert, aber für 32 Prozent verschlechtert. Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Einschätzung der beruflichen Entwicklungsmöglichkeit. Hier geben 4 Prozent der Antwortenden an, dass sich selbige verbessert hat. 23 Prozent schätzen ein, dass sich die berufliche Entwicklungsmöglichkeit verschlechterte. Auf die Frage nach der Sicherheit des Arbeitsplatzes geben immerhin 24 Prozent der Kollegen mittlere Sicherheiten an und 18 Prozent schätzen ein, dass der Arbeitsplatz gefährdet ist. "Insgesamt schätzen wir ein, dass eine ähnliche Befragung in der freien Wirtschaft zu ähnlichem Ergebnis führen würde. Wo ist also die von den Arbeitgebern immer ins Feld geführte Sicherheit des Arbeitsplatzes im Öffentlichen Dienst? Bei den Kollegen wird diese Sicherheit nicht mehr wahrgenommen", äußerte sich Günter Steinbrecht, Landesvorsitzender des sbb dazu.