Gewerkschaften sollten sich dem Lehrernachwuchs gegenüber solidarisch zeigen???

„Eine nun schon seit Jahren bestehende Unterversorgung im Grundbereich und nur punktuell ausgereichter Ergänzungsbereich bestimmen den Berufsschulalltag. Im laufenden Schuljahr besuchen Sachsens berufliche Schulen rund 18.000 Schüler mehr als prognostiziert. Die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer wurde nicht entsprechend erhöht“ äußert sich dazu der Landesvorsitzende des Lehrerverbandes an Beruflichen Schulen in Sachsen (LVBS) Reinhard Plicka in einem offenen Brief an den Kultusminister des Freistaates Sachsen Prof. Dr. Roland Wöller.
 
Und weiter heißt es: „Aus unserer Sicht funktionieren die beruflichen Schulen nur deshalb noch, weil sich unsere Kolleginnen und Kollegen weit über das normale Maß hinaus engagieren. Aber wie lange können bzw. wollen sie das noch? Die Krankenstatistiken an den Beruflichen Schulzentren sprechen eine deutliche Sprache.“
 
Gefordert wird, die zumindest für eine Jahr vorhandenen rechnerischen Reserven in den Schularten Mittelschulen und Gymnasien für die Absicherung des Unterrichtsausfalles. Die Qualitätsdiskussionen und Schulprogramme dürfen nicht zur Farce verkommen. Individuelle Förderung sowohl leistungsschwacher als auch leistungsstarker Schüler kann nur praktiziert werden, wenn der Lehrer dafür die erforderliche Zeit hat.

„Geschönte Unterrichtsausfallstatistiken, bei denen Aufgaben- bzw. Beschäftigungsstunden wie Unterricht gewertet werden, könnten dann ebenso der Vergangenheit angehören, wie durch Unterrichtsverlagerungen entstandene Wochenstundenzahlen für den Lehrer von deutlich mehr als 26 Stunden“, so Plicka weiter und er weist darauf hin, dass „Kürzungen im Bildungsbereich nur scheinbare Einspareffekte bringen. Mittelfristig werden sie durch steigende Sozialleistungen wieder aufgefressen.“