Kultusminister will Billiglehrer an Sachsens Grundschulen

Lehrer aller Schularten werden in Sachsen derzeit in einem 3-jährigen gemeinsamen Studiengang auf die Anforderungen Ihres künftigen Berufes vorbereitet. Erst danach erhalten sie eine zweijährige Spezialisierung auf ihre Schulart. Für zukünftige Grundschullehrer stellt diese Ausbildung eine besonders hohe Hürde dar, denn Grundschullehrer müssen ganz andere Herangehensweisen und Methoden an die Vermittlung des Lehrstoffes beherrschen als Lehrer, die bis zum Abitur unterrichten. Auch das für die verschiedenen Schularten benötigte Fachwissen unterscheidet sich deutlich. In der Folge kommt es zu einer überproportional hohen Abbrecherquote bei Grundschullehramtsstudenten.
 
„Eine Verkürzung der Studiendauer oder des Vorbereitungsdienstes lehnen wir strikt ab.“ Mit dieser Auffassung positionierte sich der Vorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes Jens Weichelt zu den angekündigten Maßnahmen. „Vielmehr müsse es darum gehen, durch Umstrukturierungen das Studium auf die besonderen Anforderungen zukünftiger Grundschullehrer zuzuschneiden, denn auch und gerade Grundschüler benötigen vor dem Hintergrund der sich verändernden familiären und sozialen Bedingungen sehr gut ausgebildete Pädagogen.“

Grundschullehrer sehen sich in der Zukunft stetig steigenden Anforderungen ausgesetzt, die sich aus der zunehmenden Verflechtung mit dem vorschulischen Bereich ergeben. Neben sehr guter fachlicher Ausbildung sind dazu umfangreichere fachdidaktische und psychologische Kompetenzen erforderlich. Skepsis ist weiterhin angesagt, könnte doch der Eindruck vor dem Hintergrund der derzeit laufenden Verhandlungen zur Entgeltordnung entstehen, durch die Hintertür Lehrer zweiter Klasse auszubilden, die entsprechend schlechter bezahlt werden.