„Dass Sachsens Lehrer seit langem in Teilzeit, mit geringerer Ostbezahlung und dem deutschlandweit höchsten Stundendeputat abgewatscht werden, ist doch gewollte Politik der sächsischen Staatsregierung“, so Gerhard Pöschmann, Stellvertretender Landesvorsitzender im Sächsischen Beamtenbund. Bei 82,67% Teilzeitbeschäftigung und 92,5% Ostbezahlung bleibt den Lehrern an Sachsens Mittelschulen und Gymnasien nur rund ¾ des Verdienstes eines vergleichbaren angestellten Lehrers in den alten Bundesländern.
Noch schlimmer sind seit vielen Jahren die Lehrer an den Grundschulen betroffen:
Bei 57% garantiertem (Ost)-Beschäftigungsniveau waren das nur ca. 53%
eines „Westlehrers“. Da ist es lachhaft, jungen Studenten eine
Einstellungsgarantie zu versprechen, wenn man gleichzeitig weiß, dass der
Mangel an Lehrern in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern bereits
heute sichtbar ist und in absehbarer Zeit ein Mangel an Lehrkräften in fast
allen Fächern folgt.
„Hier hilft nur eine angemessene Bezahlung, die Möglichkeit der zukünftigen
Verbeamtung der Lehrer und ein vernünftiges Maß an zu erteilenden Stunden“,
äußerte dazu der Chef des Beamtenbundes Günter Steinbrecht. „Auch dafür
demonstrieren wir derzeit, wenn im Zuge der Tarifauseinandersetzungen im
öffentlichen Dienst 11.000 Lehrer und Angestellte Sachsens vor dem
Finanzministerium ihren berechtigten Forderungen Nachdruck verleihen. Wer
sich einbildet, junge Lehrer nach Sachsen locken zu können ohne die
Arbeitsbedingungen insgesamt zu verbessern, der muss irgendwann die
Schulhäuser behindertengerecht einrichten, denn der Altersdurchschnitt
sächsischer Lehrer wird sich so nur schwer verbessern lassen.“