Förster im Dienste der Landkreise könnten sich in naher Zukunft in ihren Wäldern durchaus nicht mehr zurechtfinden, denn nach der Kommunalisierung müssen diese jetzt für die Nutzung der bisher beim Land für Förster kostenfrei bereitgestellten zentralen Datenbank „Wald“ beim Staatsbetrieb Sachsenforst bezahlen.
Auf diese ungünstige Teilung der Aufgaben bei der
Bewirtschaftung des Waldes hat in diesem Zusammenhang Dr. Heino Wolf,
Vorsitzender des Bundes Deutscher Forstleute (BDF) hingewiesen. Waldbesitzer
hätten auf gleicher Fläche zwei Ansprechpartner, den „Beratungsförster“ vom
Staatsbetrieb Sachsenforst und den „Landkreisförster“ als Träger der
Forsthoheit. Das ist für den Waldbesitzer unverständlich und ein doppelter
Aufwand, bekam er doch das „Gesamtpaket“ vor der Reform aus einer Hand.
Ernte von und Handel mit forstlichem Saat- und Pflanzgut sind ein
internationales Geschäft. Bis zur Reform nahmen nur zwei Spezialisten
zentral für den Freistaat Sachsen diese Aufgabe wahr. Die Kontrolle und
Überwachung liegt jetzt in den Händen von 13 Personen bei den Landratsämtern
und kreisfreien Städten, die noch weitere Aufgaben haben und sich somit
nicht intensiv in die sehr spezifischen Anforderungen einarbeiten können.
Auch die schon häufig vom sbb bemängelte schlechte handwerkliche Umsetzung
der Verlagerung von Aufgaben an die Kommunen wird von den Förstern
kritisiert. „Sie wissen nicht, wie sie mit dem Beamten umgehen sollen“,
äußerte Günter Steinbrecht, Vorsitzender des sbb – beamtenbund und
tarifunion sachsen dazu und forderte erneut eine Prüfung der Erledigung der
neu verteilten Aufgaben im Interesse der Bürger des Freistaates Sachsen.
Handwerkliche Fehler wurden mit der Zuweisung von Personal im Forstbereich
anhand der Waldfläche der neuen Landkreise begangen. So wurden zum Beispiel
im Erzgebirge mit hohem Waldanteil viele Förster vom Freistaat an die
Landkreise übergeben, obwohl dort wegen des hohen Anteiles des Staatswaldes
und der vergleichsweise geringen Besiedlungsdichte deutlich weniger
Waldbesitzer und hoheitliche Aufgaben berührt sind als z. B. im Leipziger
Raum. Dieser bekam wegen seiner geringen Waldfläche nur wenige Förster ab,
obwohl die an den Landkreis übertragenen Aufgaben im Wald deutlich größer
sind.
Unglaublich ist, dass in den neuen Landkreisen Mitarbeiter bei gleicher
Aufgabenzuweisung ganz unterschiedliches Gehalt bekommen und das nur, weil
sie aus jeweils unterschiedlichen Landkreisen und aus den ehemaligen
Landesverwaltungen kommen.