Neuer Innenminister gibt seinen Einstand

Bei allen Vorhaben der Staatsregierung dürfen die Interessen und Belange der Beamten und Beschäftigten nicht aus den Augen verloren gehen. Es dürfe nicht sein, dass diese immer wieder die materiellen Verlierer von Reformen und Veränderungen sind“, äußerte sich Günter Steinbrecht, Landesvorsitzender des sbb – beamtenbund und  tarifunion sachsen im Anschluss an eine erste „Kennenlernrunde“ mit dem neuen Staatsminister des Innern, Herrn Ulbig.

„Eine hohe Bedeutung habe für ihn das Projekt „Weltoffenes Sachsen (WOS)“, betonte der neu ernannte Minister. Die Zurückdrängung des Rechtsextremismus liege dem Staatsminister sehr am Herzen. Er werde sich dafür einsetzen, dass das Versammlungsgesetz schnellstmöglich geändert wird, warnte dabei aber vor einer zu hohen Erwartungshaltung, da Versammlungsverbot und Versammlungsfreiheit in einem ausgewogenen Verhältnis stehen müssen.
 
Die Gesprächsteilnehmer, unter Ihnen auch Hans-Peter Jaitner, Vorsitzender des VBOB Sachsen, Steffen Hornig, Vorsitzender des BTB Sachsen und Jürgen Kretzschmar, stellv. Vorsitzender der DVG Sachsen, stimmten darin überein, dass das Sächsische Personalvertretungsrecht endlich den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden müsse. Auch die durch die Föderalismusreform notwendig gewordene Dienstrechtsreform müsse nunmehr angegangen werden. Er als zuständiger Minister gehe er davon aus, dass diese Reform bis Sommer 2012 abgeschlossen werden könne.
 
Hinsichtlich eines weiteren Personalabbaus verwies der Minister auf Nachfrage der Gewerkschaftsvertreter auf den demographischen Faktor und die vom Finanzminister prognostizierten 1 Mrd. € Mindereinnahmen im nächsten Jahr. Entsprechende Chefgespräche seien dazu für November angesetzt worden.
 
Einen großen Raum innerhalb des Gespräches nahm das Vorhaben der Koalition zur Zusammenlegung der Landesdirektionen ein. Der Minister habe vom Kabinett den Auftrag erhalten, bis Sommer nächsten Jahres Vorschläge einzubringen. Deshalb habe er eine Lenkungsgruppe unter Leitung seines Staatssekretärs Dr. Wilhelm gebildet. Der Minister betonte, er habe den Arbeitsgruppen keinerlei Vorgaben gemacht.
 
Auch die rechtzeitige und umfassende Beteiligung der Bediensteten sei für den Erfolg von Reformen unverzichtbar. Mit dieser Aussage und der Versicherung, diese Treffen mit Gewerkschaftsvertretern in Zukunft regelmäßig durchzuführen, endete ein, nach Auffassung der Anwesenden, in einer sehr offenen, freundlichen und angenehmen Atmosphäre verlaufenes Gespräch.